Das Gründen von Unternehmen in Deutschland soll künftig deutlich schneller und einfacher werden. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat gemeinsam mit Vertreterinnen aus Nordrhein-Westfalen und Berlin ein Konzept für ein sogenanntes Gründungsbeschleunigungsgesetz erarbeitet. Ziel ist es, Verwaltungsprozesse weitgehend zu automatisieren und Genehmigungen künftig in kürzester Zeit – perspektivisch innerhalb von Sekunden – zu erteilen.
Im Mittelpunkt steht dabei ein grundlegender Wandel der bisherigen Verfahren: Statt einzelner digitaler Lösungen sollen Prozesse in Behörden wie Gewerbeämtern, Finanzverwaltungen, Registergerichten, Kammern und Sozialversicherungsträgern neu gedacht und miteinander vernetzt werden. So soll das Vorhaben „Gründen in 24 Stunden“ Realität werden.
In den vergangenen Wochen wurde das Konzept unter Leitung des Bayerischen Wirtschaftsministeriumsgemeinsam mit Fachleuten sowie Partnern aus Berlin und Nordrhein-Westfalen weiter ausgearbeitet. Die drei Bundesländer übernehmen dabei eine zentrale Rolle in der sogenannten G24-Taskforce von Bund und Ländern. Ziel dieser Initiative ist es, einen einheitlichen rechtlichen und organisatorischen Rahmen für Unternehmensgründungen zu schaffen – mit Signalwirkung über Deutschland hinaus.
Kern des Vorhabens ist ein digital gestützter, föderal organisierter Gründungsprozess. Standardisierte Fälle sollen künftig automatisiert auf Basis vorhandener Registerdaten geprüft werden. Gleichzeitig sollen Verfahren parallel ablaufen und über eine zentrale staatliche Plattform koordiniert werden. Dadurch könnten rechtssichere Bescheide in Echtzeit ausgestellt werden.
Auch ein schrittweiser Umsetzungsplan ist vorgesehen: Innerhalb der kommenden zwei Jahre soll das Ziel, Gründungen innerhalb von 24 Stunden zu ermöglichen, in Etappen erreicht werden. Neben einer digitalen Plattform sind dafür auch Pilotregionen und gesetzliche Anpassungen geplant, um bürokratische Hürden konsequent abzubauen.
Das Projekt wurde in Berlin gemeinsam mit den beteiligten Bundesländern vorgestellt und markiert einen weiteren Schritt hin zu einem modernen, digitalen Gründungsökosystem in Deutschland.


